Heimreise  über Tübingen, Schwäbisch Hall und Seligenstadt

aus der Reihe „Momente (m)einer Reise(n)“

geschrieben von Marko Andrae Meyer

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Moin Moin liebe Blogleser,

da stand ich nun am Donnerstag Morgen, 28. September 2017, unter einem wunderschön herbstlich gefärbten Baum am Rande eines Sportplatzgeländes, unweit der Ortschaft Tübingen am Neckar und startete erwartungsfroh in den Tag.

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Schlafplatz vor Tübingen

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Hatte ich doch tagszuvor mehrere Highlights erlebt. Die anstrengende Schwarzwalddurchfahrt mit dem Besuch des Hüsli, der Klinik im Glottertal und dieser atemraubenden Landschaft. Was sollte jetzt noch kommen?

Für den Schluss hatte ich mir zwei besondere Städte aufgehoben. Tübingen am Neckar mit seinen Stocherkähnen und Schwäbisch Hall, ein weiteres Fachwerkparadies.

Beide Orte sehe ich jedesmal im TV in den Dokumentationen BaWü von oben, Südwesten von oben, Süddeutschland von oben und wie sie nicht alle heißen.

Jedesmal sehe ich die Stocherkähne auf denen die Studenten versuchen mit ihren Mädels anzubandeln. Dazu läuft dann immer dieser schwäbische Song und ich schüttel jedesmal den Kopf, wenn ich ihn höre.

Dazu gibts dann noch die Gärtnerin und Gemüseverkäuferin zu sehen, die in Tübingen am Marktstand steht und im Interview so lustig mit dem Kopf wackelt beim schwätzen. Ihre dreckigen Fingernägel (Gärtnerin eben) und Tübingen blieben mir im Kopf hängen.

Nun stand ich keine 10 Kilometer vor den Toren der Stadt. Heute werde ich, nachdem ich diese Sendungen gefühlt 100 mal gesehen hatte und zu mir sagte „Irgendwann…. Irgendwann…….werde ich dort sein! Irgendwann!!!“ tatsächlich diese Stadt sehen!

 

Begegnungen in Tübingen

Ich fuhr also nach Tübingen hinein, dabei ignorierte ich das Umweltzonenschild. Meine 2 Parkplätze, die ich mir  vorher herausgesucht hatte, lagen jedoch außerhalb dieser Sperrzone für alte Dieselfahrzeuge.

Auf einem dieser Parkplätze konnte ich tatsächlich stehenbleiben. Also schnallte ich das Fahrrad ab. Es sollte heute die zweite Radtour nach Konstanz geben. Immerhin hab ich das Rad nicht umsonst mitgeschleppt…

Ich radelte unter den Bahngleisen hindurch (Unterführung) und bog nach links ab. Nach einem kurzen Moment ging es rechts über eine kleine Brücke in den Stadtpark hinein…

Hier erwarteten mich viele viele Bäume, die noch fast vollständig in vollem Grün standen…

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

…und der erste Blick auf den Neckar samt Panoramablick auf den Hölderlinturm.

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Ich schoss die ersten Fotos und ging, während ich das Rad schob, in Richtung Brücke.

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Die Fotos waren okay, aber irgendwas fehlte. Keine Ahnung welche Stimme im Kopf mich dazu bewog, aber ich wartete eine Weile und schaute mich in Ruhe um.

Da eine Stadtführung unterwegs war, hörte ich auch ein klein wenig aus der Entfernung etwas über die Geschichte. Ich hörte zu, bis ich jedoch  durch etwas abgelenkt wurde. Da ist doch jemand…

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Tatsächlich bereitete ein Stocherkahnfahrer sein Boot auf eine Ausfahrt vor. Er schöpfte Wasser, löste die Leinen und verstaute sie ordentlich.

Ich beobachtete dies und er beobachtete mich ab und zu. Wir warfen uns ein paar Wortfetzen entgegen. Gespräch kann man es nicht nennen.

Es hielten weitere Spaziergänger neben mir an und schauten ebenfalls.

Er legte ab und ich konnte die richtig guten Fotos schießen!!!

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Als er unter der Brücke verschwand hatte ich die Wahl. Das Rad die Brückentreppe hinauf schleppen oder rings herum fahren. Ich entschied mich für die letztere Variante und gab mächtig Gas.

Als ich auf der Brücke an kam sah ich wie der Stocherkahnpilot gerade wieder am schöpfen war und ich konnte noch Fotos auf der anderen Seite schießen…

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

…bevor ich in die Altstadt einbog und hier das Fahrrad wieder schieben musste.

Gleich nach den ersten Metern hielt ich an, denn ich sah einen geilen Truck.

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Als ich auf den Auslöser drücken wollte, kam der Fahrer (in rot zu sehen vor dem Truck) und begab sich in Pose. Allerdings zu kurz, so konnte ich vom Winken kein Foto machen.

Es war ein Holländer. Ich lobte seinen Truck, auch wenn es einfach nur ein Truck war ohne Schnick Schnack, aber gerade das edle und nicht kunterbunte ist ja auch oft gut.

Ich ging weiter und es kamen die ersten coolen Häuser. An der Kirche/Dom, wie auch immer standen z. B. diese zwei hier.

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Und siehe da… plötzlich näherte ich mich einem Marktstand, aber die Dame dort sah anders aus. Das war sie nicht, die Frau mit den dreckigen Fingernägeln. Hmmm!

Ich ging weiter und es wurde etwas steiler. Außerdem waren weitere, interessante Häuser zu sehen.

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Kurz bevor ich auf dem Marktplatz ankam läuft mir die nächste, interessante Begegnung entgegen. Ein gut gelaunter Hipster *ggggg*…

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

…der mich kurz freundlich grüßte, nachdem ich dieses Foto schoss.

Dann war es soweit. Ich stand auf dem Marktplatz und wusste nicht so recht wie ich welche Häuser in Szene setzen sollte. Der Platz ist schief, teilweise sehr sehr steil. Die Wege sind kurz, überall steht eine Mülltonne oder ein Schild oder Aufsteller herum. Alles doof irgendwie. Als Fotograf wünscht man sich z. B. ein Mülltonnen und Verkehrsschilderfreies Rothenburg ob der Tauber und hier in Tübingen war dies nicht anders, aber das Mittelalter ist ja vorbei… ^^

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

Es gelang mir doch tatsächlich ein gutes Foto zu schießen, welches relativ gerade ist, wenn man den Brunnen als Ausgangspunkt nimmt.

Ich hielt mich noch eine Weile auf und schoss weitere Fotos. Dann radelte ich zurück in Richtung Bus. Unterwegs kam ich wieder am Gemüsestand vorbei und….. tadddddaaaaaaaaa, da stand sie! Die Blondine mit den dreckigen…. na lassen wir das.

Im Geiste habe ich sie angesprochen. „Hey, hallo, wie gehts. Ich kenn sie aus dem Fernsehen.“ Aber eben nur im Geiste. In der Realität bin ich vorbeigeradelt, habe kurz geschaut und bin dann zum Bus gefahren.

Hier gibts alle Fotos aus Tübingen am Neckar:

Tübingen am Neckar - inklusive Stocherkahnfahrer

 

Schwäbisch Hall – Wer den Pfennig nicht ehrt

Ich kam am Bus an und war natürlich mal wieder durchgeschwitzt. Nachdem ich das Rad befestigt und mich wieder hergerichtet hatte, ging die Reise weiter. Das große Finale stand auf dem Zettel. Schwäbisch Hall!

Fachwerk, Fachwerk und nochmals Fachwerk sollte mich erwarten und ich freute mich wie Bolle darauf! Also programmierte ich den Ort ein und fuhr los.

Die Fahrt ging über die Autobahn an Stuttgart vorbei. Was ich in der knappen halben Stunde auf der Autobahn erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Es wurde gerast, gedrängelt, ich hätte fast gesagt geschubst. Es war IRRE!!!!!!!!

Irgendwann kam ich wohlbehalten in Schwäbisch Hall an und parkte auf dem ersten Parkplatz, direkt unterhalb dieser schönen Fassade:

Schwäbisch Hall

Ich lief die Treppe hinauf, mir folgten ein paar Menschen und vor mir lief ein älterer Mann. Wir keuchten uns alle den recht steilen Berg hinauf…

Schwäbisch Hall

…und erreichten schließlich die Altstadt.

Die Ersten Fotos waren noch so lala, doch das sollte gleich besser werden. Ich möchte meinen Rundgang durch Schwäbisch Hall mit einer Oper vergleichen. Erst sanfte, ruhige Töne und irgendwann das krachende Finale!

Schwäbisch Hall

Zuerst krachte nichts, aber die Häuser wurden langsam interessanter.

Schwäbisch Hall

Abgelenkt von der Architektur wurde ich nur durch diesen Porsche, der in eine enge Garage gefahren wurde…

Schwäbisch Hall

…doch diese Ablenkung hielt nicht lange vor. Denn nun stand ich davor. Vor dem Haus der Häuser! Die absolute Fachwerkarchitektur! Ich war schlichtweg begeistert, nahezu fassungslos vor Bewunderung!

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Architektur und Deko. An diesem Haus stimmte einfach ALLES! Es war, um beim Thema Oper zu bleiben, wie eine Art Zwischenhoch der Gefühle. Ich kann es schwer ausdrücken!

Mein Weg führte mich nun weiter. Ich erreichte den Marktplatz, doch nach diesem Haus gerade waren die nächsten etwas ernüchternd. Dies ist natürlich unfair dargestellt!

Schwäbisch Hall

Ich wusste natürlich, da es jetzt wieder etwas  bergab ging, dass ich mich so langsam dem absoluten Finale dieser Reise näherte.

Schwäbisch Hall

Es ging durch weitere Gassen hindurch und dann steil bergab. Und dann kam tatsächlich das große Finale………

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall

Hier geht es zu allen Fotos aus Schwäbisch Hall:

Schwäbisch Hall

Ab diesem Moment sollte nichts Besseres  mehr kommen, denn als ich zum Auto kam hakte ich auf meinem vorbereiteten Roadbook den letzten Ort ab. Bis auf die Tatsache, dass ich die Region rund um Heidelberg ausgelassen habe (wetterbedingt) hatte ich in den letzten Tagen alles gesehen was ich sehen wollte!

EXPEDITION SÜDDEUTSCHLAND BEENDET!!!

Auf meinem Plan standen jetzt noch 2 Dinge. Eine Erledigung in Erlensee bei Hanau sowie ein Treffen mit einem T4 Fahrer in Geseke bei Paderborn. All dies liegt auf der eigentlichen Rückfahrt nach Eckernförde.

Ich suchte mir auf dem Weg nach Erlensee einen Schlafplatz und fand ihn in einem Wohngebiet in einer Sackgasse mit Blick hinab. Da es regnete und ich ziemlich spät an kam hatte ich nicht viel von der Aussicht.

Die Aussicht auf den nächsten Tag hieß aber Aschaffenburg, denn diesen Ort nahm ich spontan in meine Routenliste auf, der er auf dem Weg lag.

 

Aschaffenburg und Seligenstadt

Es gab noch  einen Grund weshalb ich hier hin „musste“. Mein Daunenjackenparadies nennt sich TK MAXX. Ich hatte ein Geschäft in Würzburg gefunden, aber dort nichts gekauft. Ich habe eines in Singen am Hohentwiel gefunden, etwas tolles entdeckt, aber nicht gekauft!

Und genau dies habe ich bereut. Daher suchte ich nach weiteren TK Maxx Filialen auf der Strecke  und in Aschaffenburg gab es nun mal eine.

Was es dort jedoch nicht gab sind Parkplätze. Nachdem ich endlich etwas gefunden hatte, die Stadt sehr sehr hässlich empfand und von den vielen Menschen genervt war, erreichte ich schließlich den TK MAXX Laden, aus dem ich jedoch ohne Beutel mit Inhalt herauskam……..

Grummelig fuhr ich weiter. Nächstes Ziel Seligenstadt. Ich musste Zeit totschlagen, da ich erst am nächsten Tag am Mittag in Erlensee sein musste. Ich musste mich also sehr stark bremsen und sehen, dass ich noch irgendetwas cooles vor die Linse bekam.

Tatsächlich entpuppte sich Seligendstadt als ein weiteres Highlight…

Ich parkte meinen Bus gratis, per Parkscheibe, vor einem Fachwerkhaus.

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Die Mauer gegenüber machte mich neugierig. Dahinter schien sich etwas Tolles zu verbergen. Das Foto ist zugegebenermaßen nicht so doll!

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Ich lief diese herbstliche Gasse hinunter…

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

…ging kurz in diese kleine Friedhofskappe hinein…

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

…und war plötzlich am Mainufer angekommen. Normalerweise hätte ich jetzt hier geschaut, aber da keine Schiffe unterwegs waren und…

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

…die andere Seite viel interessanter war, siehe Foto:

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Ich betrat den Apothekergarten in der Klosteranlage und fotografierte erst einmal Blumen.

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Fast eine Gesamtaufnahme der Anlage musste natürlich auch sein. Es ginge vielleicht noch mehr, aber dies ist doch schon mal ganz gut, oder?

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Da gerade eine Hochzeit zu Gange war, habe ich mich dazu entschied nur die Außenanlagen zu fotografieren. Ich bin dann Richtung Innenhof gelaufen und konnte auch dort noch die Idylle pur fotografieren…

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

Seligenstadt Apothekergarten im Kloster

…bevor ich wieder zum Bus zurück ging und mich auf die Schlafplatzsuche begab obwohl es erst kurz nach 14 Uhr war.

Es dauerte auch eine ganze Weile, denn rund um Erlensee herrscht Industrieidylle in der man nicht wild stehen möchte!!! In Zukunft heißt es diese Region zu meiden. Zumal der Fluglärm aus Frankfurt enorm ist.

Ich fand einen guten Schlafplatz an einem Friedhof und verbrachte die Nacht dort. Am nächsten Tag ging es weiter nach Erlensee, danach nach Geseke zum Bekannten. Die Fahrt durchs Sauerland hat Spaß gemacht, auch wenn es richtig bergig war und der Wagen wieder reichlich zutun hatte und es dabei dauerhaft regnete.

Winterberg und co – da müsste ich irgendwann bei besserem Wetter einmal hin!

Am Abend fand ich dann einen Schlafplatz im Dauerregen in……….
 

Rietberg

Hier im Blog gibt es eine schöne Liste mit Orten, die ich besuchen möchte, sollte ich mich jemals in der Region befinden. Eine dieser Orte sind Rietberg und Rheda Wiedenbrück.

Ich habe in Rietberg geschlafen und am nächsten Morgen die Innenstadt besichtigt. Es war ganz früh am Sonntagmorgen und ich war im absoluten Heimreisemodus. Daher habe ich wirklich nur 10 Minuten geguckt im Halbnebel, 8 Uhr morgens und bin anschließend auf die A2 und A7 und dann nach Eckernförde zurück gefahren.

Die Fotos aus Rietberg sind dennoch sehenswert! Hier  gibt es das gesamte Album:

Rietberg

Mit der Rückkehr nach gefahrenen 3082 Kilometern ins Ostseebad Eckernförde war ich einfach nur froh. Der Wagen hat durchgehalten, ich hatte so meine Problemchen, wie halt immer, aber ich bin gefahren und habe mich davon nicht abbringen lassen.

Es war eine lange Tour. Nicht zeitlich (2 Wochen), aber von den Kilometern her gesehen. In Zukunft werden meine Touren kleiner sein. Maximal 1500 km, abgesehen von der nächsten großen Tour Richtung Süden um Rhein, Mosel und Neckar zu sehen.

Für die nächsten Wochen nehme ich mir rein gar nichts vor. Ich möchte vielleicht ein paar Tagestouren machen. Sollte das Wetter gut sein auch etwas längere. Wohin, wann, ob – in diesem Jahr drängt mich niemand mehr, denn ich habe meine Wunschtour gefahren und bin, was das betrifft, voller Input und kann davon lange zeren, wird der Winter auch noch so lang!

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp