Kolumne: DIY-Campervan ohne Badezimmer

DIY-Campervan ohne Badezimmer

Von Marko Andrae Meyer

Der Trend scheint ungebrochen. Ob nach dem Abi, einer Trennung, einer Burnout-Erkrankung oder Mitlifecrisis. Viele kaufen sich einen Bus und bauen ihn zum individuellen Campervan aus um darin die Wochenenden, die Urlaube oder gar das kommende Leben (Vanlife) zu verbringen …

Kein Wunder, findet man auf Instagram zahlreichen Fotos zum Thema um sich inspirieren zu lassen. Dort gibt es einfache Ausbauten für dem schmalen Geldbeutel, aber auch irrwitzige oder edle und teure Ausbauvariationen zu sehen. Nicht jeder dieser Ideen macht Sinn, aber auf Instagram wird eine breite Geschmackspalette gezeigt, aus der man sich einzelne Ideen zur Umsetzung im eigenen Van heraussuchen kann.

Oberste Prämisse sollten stets die eigenen, individuellen Bedürfnisse sein. Reise ich allein, zu zweit oder mit einer z. B. 4 köpfigen Familie? Benötige ich wirklich 100 Liter Frischwasser oder genügt mir ein Kanister mit 20 Litern? Wieviel Stauraum wird benötigt und wie schwer darf das Auto am Ende sein.

Fragen über Fragen, die entscheidend sind für die Fahrzeugauswahl und den Innenraum.

So würden MEINE neuen Campervans aussehen

Über einen neuen Bus, egal welche Marke, Größe, Preis, sollte ich mir eigentlich gar keine Gedanken machen. Ich kann ihn mir schlicht und ergreifend nicht leisten. Dennoch spuken mir im Kopf natürlich einige Ausbauideen herum und ich möchte Euch daran teilhaben lassen.

Variante 1 – VW T6.1 mit Polyroof

Abgesehen vom benutzten Material und der Verarbeitungsqualität würde ich gar nichts großartig ändern wollen an meinem jetzigen Ausbau im VW T4 hoch/lang. Vielleicht ein paar Kleinigkeiten um den vorhandenen Platz noch besser auszunutzen, aber im Grunde bin ich zufrieden und würde meinen Umbau nahezu 1zu1 erneut umsetzen.

Quelle: polyroof.de

Einen Kühlschrank benötige ich nicht, ein Badezimmer passt in einen VW Bus eh nicht hinein (ja, es würde gehen, aber macht keinen Sinn) und meine jetzige Toilette unter dem Bett genügt vollkommen. Ich reise schließlich allein.

Variante 2 – VW Crafter / MAN TGE L2/H3 (Superhochdach)

Alleine reisen würde ich auch im riesigen Crafter, meinem absoluten Favoriten was Vans betrifft. Schön mit Automatikgetriebe durch die Gegend cruisen – herrliche Vorstellung.

Auch in einem Crafter würde ich auf ein Badezimmer, große Wassertanks und co. verzichten. Ich benötige dies schlicht und ergreifend nicht und sehe darin nur Platzverschwendung.

Als Basis für meine Idee muss der Affinity Camperausbau herhalten, den Ihr auf den folgenden Fotos sehen könnt. Er ist auf einem Ducati 6,39m Länge mit formschönen Verbreiterungen 2,1m breit und 2,70m hoch (im Prinzip die gleiche Höhe wie mein VW T4 hoch/lang).

Zum Vergleich: Mein Crafter wäre 6,80m lang und 2,04m breit

Quelle: affinity-rv.de

Im Heck des Affinity befindet sich ein schmales und sehr kurzes Bett (1,92m x 1,29m) sowie ein Badezimmer. Die Bettbreite wäre ja noch okay, aber die Länge geht gar nicht.

Im Crafter auf 6,80m Gesamtlänge würde ein Bett über die komplette Fahrzeugbreite, vielleicht mit einigen cm Platz am Rand, hinpassen. Das Badezimmer entfällt, stattdessen gibt es Hänge bzw. Dachschränke.

Vor dem Bett würde es eine eine freie Fläche geben, die als Badezimmer genutzt werden könnte. Dazu gleich mehr!

Auf Eck gebaut würde sich zwischen dem Freiraum und der Sitzbank (Dinette) eine Küche wiederfinden. Erstmals würde ich hier auch einen Kühlschrank verbauen, wobei mir die Nähe zum Bett aufgrund der Geräuschkulisse Sorgen bereiten würde.

Ich würde eine Möglichkeit schaffen, den Bereich zwischen der Küche und der rechten Fahrzeugseite irgendwie zu schließen. Schiebetüren, Vorhänge, wie auch immer. So würde im Heck ein Badezimmer entstehen, falls man zu zweit unterwegs sein sollte.

Duschen kann man im Bus nicht, allerdings könnte man dies draußen. Mit einer Solardusche (ein schwarzer Beutel) un ökofreundlichem Duschgel ist dies in der Natur kein Problem!

Küche und Sitzbank werden formschön eingefasst wie im Flugzeug (im Affinity, Foto unten, ganz gut gemacht, es geht aber noch formschöner)!

Quelle: affinity-rv.de

Dachschränke würde es, wie im Affinity, auf der gesamten Länge geben. Über dem Cockpit würde ich jedoch für Kopffreiheit sorgen und ein riesiges Panoramadach (Skyroof) einbauen lassen.

Die Sitzbank erhält natürlich einen stabilen Tisch und stabil sollte er wirklich sein, denn diese halb wackeligen Tische, die man in verschiedenen Ausbauten sehen kann, sind ja mal großer Müll in meinen Augen! Platz für Beinfreiheit sollte vorhanden sein, wir reden über einen 6,80 Meter langen Wagen, ein 10cm längeres Bett als im 6,39m Ducato. Da ergibt sich noch reichlich Luft!

Auf der Beifahrerseite finden höhere Schränke im Heck und mittelhohe Schränke im vorderen Bereich ihren Platz. Die Tiefe dieser Schränke sollte vielleicht etwas mehr sein als im Affinity, wobei die Schränke dort vom Heck nach vorn schmaler werden.

Im gesamten Fahrzeug soll ein Flugzeugartiges Design verwendet werden (siehe Foto unten):

Das wars! Bett mit einer großen Heckgarage darunter für eBikes usw., Schränke, Küche, Toilette, Dinette auf 6,80m ohne Badezimmer, ohne 100 Liter Tanks (stattdessen 20 Liter Frisch und 40 Liter Abwasserkanister wie bisher, dies genügt)!

Dies wäre MEIN idealer Ausbau für einen Alleinreisenden.

Was sagt Ihr dazu?

Scheibt mir Eure Meinung via Kommentar oder eMail. Ich freue mich über Eure Ideen.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

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