Moin Moin liebe Blogleser,

mit müden, kleinen Augen sitze ich hier um 8 Uhr morgens vor dem PC und schreibe diesen doch sehr persönlichen Blogbeitrag. Ich bin noch immer im Rhythmus der gesamten Woche und komme da wohl auch so schnell nicht wieder raus.

Erleben, verarbeiten, speichern/vergessen

Es fällt mir als Aspergerautisten recht schwer die erlebten Dinge einzuordnen, zu verarbeiten und dann entweder als schönes Erlebnis abzuspeichern oder als sinnlose oder gar negative Erfahrung wieder aus dem Hirn zu verbannen. So ist es auch momentan.

Ich bin einerseits selbst überrascht wie gut ich diese Woche überstanden habe. Den Besuch meiner Eltern in meiner kleinen Wohnung habe ich weder als Stress noch als ernsthafte Belastung empfunden. Im Gegenteil. Es war schön, lustig und unterhaltsam.

Stoffhaufen als Hilfmittel in der Not

Nun kehrt Ruhe ein und die Einsamkeit ist zurück. Direkt schon wieder so schlimm, dass ich mir mal wieder etwas gebastelt habe.

Man nehme als Daunennylonliebhaber eine Skilatzhose aus der Sammlung, krame einen relativ dünnen, einfachen, billigen Deckenschlafsack hervor und lege beides auf den Boden. Man öffne die Hose. Anschließend dreht man den Schlafsack seitlich zusammen, so dass er lang, aber dürr ist. Nun stopft man das eine Ende in das linke Bein, das andere in das rechte Bein.

Man hole sich nun eine farblich passende Daunenjacke, stopft dort ebenfalls einen Schlafsack als Füllstoff hinein und verbinde die Jacke mit der Hose. Nun noch den Reißverschluss an der Hose schließen und alles etwas zurechtzupfen, schon hat man eine gefüllte Ganzkörperklamotte.

Wozu das Ganze?

Nun, ich rede hier nicht von Sex. Dies gleich vorweg. Der Stoffhaufen, und dies sei auch direkt gesagt, mehr ist es nicht, dient mir als kleiner Ausgleich in der Not um das Gefühl von menschlicher Nähe im eigenen Bett zu haben.

Es ist kein Mensch und es wird auch keinen Menschen ersetzen können, aber es gibt zumindest den Hauch von Nähe, den ich manchmal eben brauche. Zum Beispiel an Tagen wie den gestrigen…

MAHANNN, VERGISS DIE FRAU ENDLICH!!!!!

Anstatt allein daheim zu sitzen habe ich momentan etwas Ablenkung. Meinem Kumpel geht es nicht so besonders, von daher versuche ich mit meinen geringen Möglichkeiten zu helfen. Aus diesem Grund war ich gestern ein paar Stunden in Mohrberg.

Diese wenigen Stunden haben trotz Abwesenheit einer gewissen Person genügt um mal wieder Dinge im Hinterkopf hervorzukramen, die dort eigentlich gut versteckt sein sollten, so dass die darauffolgende Nacht nicht so prickelnd war. Doch dazu später mehr.

Es hat Spaß gemacht mal wieder in Mohrberg aktiv zu sein. Auch ohne Bus, ohne stundenlang aufs Feld zu gucken.

Picknick mit Bären / Reiselust

Nach meiner Rückkehr in die Wohnung ließ ich den Samstag ruhig ausklingen. Ich war geschafft von der „Arbeit“, dem frühen Aufstehen und im Kopf herrschte bereits das berühmte Gefühlschaos.

Ablenkung sollte ein Film schaffen. Picknick mit Bären heißt er, ich hatte ihn vor ein paar Tagen aufgezeichnet. http://www.picknickmitbaeren.de/

Anfangs machte ich mich noch lustig über die Frisur von Robert Redford. Zumindest in den ersten Einstellungen hatte ich das Gefühl, die kann gar nicht echt sein. ^^  Dann konzentrierte ich mich auf die Handlung.

Es kam sofort Fernweh in mir auf. Nein, nicht nach langen Wanderungen (okay, vielleicht doch, durch die blühende Lüneburger Heide vielleicht) sondern eher nach Fahrten mit dem eigenen, bald grauen Bulli, mit einem neuen Niesmann Smove oder einem neuen Crafter. Ich sag ja, Gefühlschaos.

Am Ende des Filmes ging ich geplagt von Sodbrennen ins Bett und hoffte auf eine ruhige Nacht, doch es sollte anders kommen…

„Die Prinzessin“ hat echt einen Schlag drauf!!! ^^

Ich schlief zwar irgendwie direkt ein, begann aber auch zu träumen. Zugegeben, es war ein lustiger Traum. Ich bin am Ende sogar lachend aufgewacht und dies passiert selten.

Der Traum handelte von gewissen Personen aus Mohrberg. Kumpel Wolfgang und … eben. War ja klar nach diesem Tag. Man kann als Aspergerautist scheinbar Dinge nicht einfach mal gut sein lassen…

Um es kurz zu machen. Im Traum provozierte ich mit wilden, aber vermeintlich lustigen Sprüchen „die Prinzessin“ dermaßen, so dass sie am Ende des Traumes (ja Traumes. ein Trauma ist es noch nicht ^^) nicht nur persönlich auf mich zu kam, sondern mir ihre rechte, geballte Faust in mein gebräuntes Gesicht schlug.

Nein, ich bin nicht maso. Ich fand die Handlung wohl einfach nur witzig. Die Sprüche, die Blicke, die Gesten. Also wachte ich, wie schon erwähnt, lachend auf und war erstmal eine Weile lang wach um diesen Traum zu „verarbeiten“.

Lang kann es nicht gewesen sein, denn es folgte Traum Nummer Zwei, der eher zum Albtraum wurde…

Ich möchte die Handlung nicht weiter ausbreiten. Nur so viel. Es ist wirlich brutal, wenn man einem guten Freund beweisen muss der von mir sogenannten „Prinzessin“ gewisse Dinge (nix schlimmes, aber eben blöd) eben nicht getan zu haben.

Soooo nicht! Dann bleibe ich doch lieber allein!

Der Traum zog sich durch die ganze Nacht und ich wachte gegen 5 schweißgebadet auf und war wirklich froh darüber zu begreifen, dass es nur ein Traum war und nicht die Realität.

Natürlich war es nur ein Traum und natürlich unterstellt nicht jede Frau einem Verehrer eine Sache getan zu haben, aber im ernsten Moment denke ich mir dann: Öhm nö, das brauch ich nicht. Dann bleibe ich doch lieber allein und spare mir diesen Stress.

Überhaupt bin ich oft im Zwiespalt. Wenn ich einerseits sehe wie laaaaaangsam ein Date vonstatten geht. Was es benötigt um „nett“ zu sein. Wissen, Gesprächsführung, Humor, Geduld. Alles was ich also nicht habe.

Andererseits wenn ich dann sehe wie schnell es auch mal gehen kann. Sex beim 1. Date usw.   Dann denke ich mir immer….. ähm, soooo schnell? Echt jetzt? Das kann nicht sein! Das muss auch nicht sein!

Okay okay, es ist nur im Film, in einer Doku oder weiß der Teufel wo noch aber eben nicht wirklich real, aber dennoch habe ich diese Einstellung dann im Kopf und dort bekomme ich sie schlecht raus.

Ebenso schlecht wie „die Prinzessin“.

Eigentlich sollte ich sie weit weit hinten links, nicht im Papierkorb aber doch in der Schublade für Sinnlosigkeit „abgelegt“, am besten noch mit 2 Sicherheitsschlössern verbarrikadiert, haben aber irgendwie kommt sie dort immer wieder raus für einen kurzen Moment. DAS MUSS AUFHÖREN!!!!!

Einsamkeit am Strand

Jahrelang habe ich es geschafft ruhig zu bleiben. Das Thema Partnerschaft zu ignorieren. Als der Bulliumbau an der Reihe war habe ich mich für mich selbst demonstrativ dafür entschieden ihn zum 1-Personen-Bus umzubauen und nicht auf etwas zu hoffen, was eh nicht eintritt.

Doch dann gibt es Situationen. Du liegst am Strand und siehst wie 30 Meter weiter das Pärchen miteinander umgeht. Du treibst auf dem Rücken liegend sanft in den Ostseewellen und siehst wie ein paar Meter weiter zwei hübschen Mädels juchzend ins kalte Wasser gehen. Du siehst wie auf der anderen Seite ein Pärchen im Wasser steht und sich Bälle zu wirft oder gegenseitigt neckt.

Du siehst wie andere Spaß haben und was machst Du??? Du treibst im Wasser oder liegst am Strand und bist allein…   Du bekommst Gedanken wie schön es wäre „die Prinzessin“ oder eine andere Frau jetzt und zwar WIRKLICH JETZT SOFORT bei Dir zu haben! Du träumst davon, aber Du weißt es ist nur ein Traum und keine Realität! Genau diese Klarheit sorgt dafür, dass Du innerlich zerbrichst!

Du hast trotz der positiven Dinge wie bullifahren oder eben am Strand liegen zu können während andere schwer arbeiten oder es ihnen noch schlechter geht als Dir, eine innere Leere und ein Gefühl sinnlos auf der Welt zu sein.

Denn ist es nicht der Zweck des Lebens zu lieben??????

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp