Moin Moin liebe Blogleser,

in meinem heutigen Blogeintrag möchte ich drei verschiedene VW T4 Wohnmobilmodelle vergleichen, die völlig unterschiedlich aufgebaut sind. Ich beginne mit dem Traumwagen schlechthin…

Der Volkswagen T4 Dehler Optima 5.4…

…ist meiner Meinung nach vom Außendesign der wirklich BESTE T4 aller Zeiten und es gibt ihn wirklich real, ich rede also nicht schon wieder von irgendwelchen wirren XXXL-Pizza-Alpträumen *ggg*.

Das Außendesign:

Diese fließenden Formen mit ihren Kanten und Schwingungen, Rippen und Bögen sind einfach nur perfekt! Schaut man dagegen in den Innenraum, so merkt man schnell, dass die Firma Dehler Mobilbau aus dem Yachtbau der Firma Dehler abgekoppelt wurde.

Das Innendesign:

Plastik in der Farbe beige bestimmt das Bild, abgerundet von Holzapplikationen. Auf einer Fahrzeuglänge von 5,40 Metern gibt es eine Sitzgruppe mit edlem Holztisch, eine Spüle und einen Herd dahinter, jede Menge Staufächer und Ablagen sowie im Heckbereich ein Bad mit Dusche, Toilette und Waschbecken. Alles ebenfalls im Opppa-Beige.

Quelle: Dehler Mobilbau Prospekt

So grässlich die Farbe auch sein mag, der Dehler Optima ist einfach nur genial. Das Außendesign ist perfekt, der Innenausbau durchdacht. Allerdings bedeutet genial nicht perfekt und Perfektion ist ein großer Begriff, den der Dehler in meinen Augen nicht erreicht.

Grund ist das Schlafkonzept im Dehler Optima ist nun gar nicht optimal gelöst. Aus den Vordersitzen und der 2er Sitzbank formt man durch umklappen und biegen aller möglichen Einzelteile eine mehr oder weniger gerade Schlaffläche.

Diese Umbauten sind einfach nervend, zumal man nicht mal eben aus dem Bett springen und losfahren kann. Abgesehen davon ist für ein Bett im Hochdach ist kein Platz, im Gegensatz zum gleich folgenden Karmann Karuso! Stattdessen schlafen Kinder oder Gäste in Rohrkojen aus stabilem Stoff. Für mich ein absolutes No Go!!!

Fazit Dehler Optima T4:

Dennoch ist und bleibt der Optima für mich ein wahnsinnig tolles Auto. Hätte ich einen, so würde ich im Innenraum alles was beige ist WEIß lackieren lassen und alles was aus Holz ist gegen Carbon ersetzen.

Die Schlafsituation ist dagegen unveränderbar. Platz für eine Heckgarage bietet der Dehler nicht, durch die winzige Heckklappe erreicht man auch nur die Tanks.

Der Dehler  ist damit schön, für eine Einzelperson oder ein Pärchen sicherlich auch optimal, aber die Umbautarbeiten im Bett und das fehlende Dachbett sind ein starkes Manko.

Der Volkswagen T4 Karmann Karuso…

…hat im Gegensatz zum Dehler kaum Designhighlights zu bieten. Es handelt sich praktisch um einen T4 hoch / lang mit etwas anderem Hochdach und etwas mehr Länge.

Dieses schnörkellose, ja regelrecht dezente Design ist jedoch gar nicht mal so schlecht, zumal der Innenraum viel besser genutzt werden kann, doch dazu später mehr.

Schauen wir uns erst einmal das Heck an. Es hat mehr Ähnlichkeiten zum normalen hoch/lang, also meinem Fahrzeug, aber doch gravierende Änderungen, wie zum Beispiel eine relativ kleine (im Gegensatz zum Dehler aber größere) Heckklappe, dazu ein recht großes Fenster. Abgerundet wird das Design durch die oben angebrachten zusätzlichen Blinker. Wie ich finde, eine großartige Idee, hier verdeckt von einer Heckbox.

Und da kommen wir  auch schon zu einem Nachteil. Auch der Karuso verfügt über wenig Platz im Innenraum. Eine Heckgarage gibt es nicht. Fahrräder müssen auf den Heckträger oder auf die AHK unterhalb einer Heckbox.

Wie dem auch sei. Werfen wir einen Blick in den Innenraum, der durch die Farben grau und hellblau, mit dem Versuch dieses schlichte Design durch Holzapplikationen abzurunden, nicht gerade umwerfend wirkt.

Beim Anblick dieses Innendesigns schlafen mir die Füße ein. Es ist trist, langweilig, hässlich und bietet zudem auch noch wenig Stauraum.

Quelle: Karmann Karuso Prospekt

Dafür ist der Innenausbau an sich ähnlich wie der des Dehler aufgebaut. Auf 5.56 nFahrzeuglänge gibt es eine Sitzgruppe, dahinter eine Spüle und einen Herd, im Heck ein Bad und seitlich noch etwas Stauraum, aber wie bereits erwähnt wenig Stauraum.

Dieser Minuspunkt wird jedoch durch die Schlafsituation ausgeglichen. Der Karuso verfügt nämlich über genügend Platz im Dach, so dass dort ein großes Bett vorhanden ist. Während man oben zum Bettbau nur zwei Handgriffe benötigt kann man sich aus der Sitzgruppe darunter eine weitere Liegefläche bauen, die etwas mehr Aufwand benötigt, aber im Vergleich zum Dehler doch idealer ist. Mal eben aufspringen und wegfahren ist aber auch hier nicht angesagt.

Quelle: Karmann Karuso Prospekt

Ich persönlich schlafe ungern in einem Hoch oder Doppelstockbett. Ich weiß nicht ob mir persönlich ein Dachbett zusagen würde. Die Kletteraktion jedes mal… man wird nicht jünger und  ich bin schon jetzt eingeschränkt beweglich.

Alternativer Innenausbau:

Dennoch halte ich diese Schlaflösung für idealer im Vergleich zur Dehlerlösung mit den Rohrkojen. Ich würde vielleicht das Dachbett als Ablagefläche nutzen, wobei dauerhaft heruntergeklapptes Bett schränkt die Stehhöhe erheblich ein im Einstieg. Auf Dauer auf keine Lösung, daher habe ich einmal versucht zu überlegen wie man einen T4 Karuso gestalten könnte…

Hier noch einmal der Originalausbau:

Quelle: Karmann Karuso Prospekt

Leider ist es mir nicht wirklich gelungen einen optimalen Innenausbau zu gestalten. Der Karus ist nämlich nur 5.56 Meter lang und damit gerade einmal 34cm länger als mein jetziger T4 hoch/lang. Darin eine Sitzgruppe, ein Bad und ein Bett unterzubringen ist wirklich nicht toll.

Versucht habe ich es trotzdem:

Heckschrank Fahrerseite, schräges Bad mit Waschbecken über der Toilette. Einzelsitz, Tisch, Fahrersitz.

Heckbett 1,20 Breite, abgeschrägt am unteren Ende (suboptimal), seitliche Hängeschränke über dem Bett, Küche halb in der Schiebetür, Beifahrersitz. Darüber das Dachbett so belassen.

Eine Heckgarage fehlt. Ist nicht machbar. Dafür bietet das Dach ausreichend Platz für Solarzellen und am Heck gibt es einen Fahrradträger + – Dachheckbox.

Mein Fazit zum Karuso:

Das schlichte Außendesign ähnelt dem eines normalen hoch/lang und gefällt mir ganz gut. Es fehlt der Pepp eines Dehler Optima, aber der Innenraum mit dem Dachbett hat seine Vorteile. Die Optik des original Innenraumes ist jedoch grausam.

Das es einen T4 Karmann Karus auch in schick gibt, beweist das folgende Foto:

Sicher, Solarpanele kann man auch flacher anbauen, Trittbretter benötige ich nicht und die Farbe ist auch nicht wirklich meins, aber der Besitzer hatte ein Konzept und ich finde es stimmig.

Nachteil am Karuso und Dehler: Es gibt keine Heckgaragen!

Der Mein VW T4 hoch/lang…

…wurde nicht als Wohnmobil gebaut sondern eher als Handwerkerfahrzeug. Entsprechend gibt es  heute viele alte Busse, die durch Selbstausbauten ein zweites Leben haben. So ist es auch bei meinem Bus der Fall, der jahrelang einem Elektriker  gehörte, deren Mitarbeiter mit ihm nicht gerade sanft umgegangen sind.

Vorher:

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Nachher:

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Später mit der Neulackierung, unterwegs im Schwarzwald:

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Der T4 hoch/lang ist 5,22 Meter lang und hat in der Breite eine starke Neigung nach Innen. Das Heck verfügt über große Flügeltüren mit oder ohne Fenster. Eine Heckklappe gibt es nicht, aber das Heck ist trotzdem schick!

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Heckgardine

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Das nach innen zulaufende Dach macht den Innenausbau im T4 hoch/lang nicht einfach. Ich habe dennoch ein Konzept für mich  ganz persönlich gefunden, welches ausreichend ist. Allerdings fehlt sowohl ein ordentlicher 3. Sitz als auch ein Bad.

Eine Heckgarage gibt es nicht, da ich mich für ein flaches Bett entschieden habe um einen fetten Dachschrank darüber einbauen zu lassen. Statt Heckgarage fürs Fahrrad habe ich jedoch unter dem Bett ein 1.60 Meter langes Schubfach und links ein 2 Meter langes Fach für Angeltaschen sowie rechts ein Kramfach.

Ich habe jede Menge Stauraum. Einen Kleinerschrank, zwei Staukästen, 5 kleine Schubfächer. 4 große Staufächer im Dachschrank seitlich, darüber noch einmal 4 flachere Fächer die leer sind um im Parkmodus genutzt werden für Klamotten und sonstigem Kram. Einen riesigen Heckschrank im Dach über die komplette Breite und dazu der offene Zugang zum Alkoven runden das Platzangebot ab.

Das Bett schaut etwas in die Schiebetür hinein (Foto unten), ich habe jedoch gute 80 cm Platz zwischen Bett und Vordersitzen. Dazu komplette Stehhöhe.

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Potzblitz, Donner und Krawitter 😁

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Mein Fahrrad sitzt auf dem Heckträger. Das missfällt mir, aber es  geht nicht anders.

Mit Heckträger ist der Wagen etwa 5,50 Meter lang. Mit Dachluke etwa 2,60 m hoch. Bei Schildern 2,80m Durchfahrtshöhe werde ich seeehr vorsichtig! ^^

Ohne Fahrradträger lässt der der Wagen im Alltag ganz normal bewegen. Er füllt Parkplätze voll aus und ragt manchmal auch etwas drüber. Er ist relativ zudem unübersichtlich, was das Parken nicht gerade einfach gestaltet. Mit Hecklinse und Piepser und notfalls geöffnetem Fenster ist das aber alles kein Problem.

Mit 102 PS aus einem 2,5 Liter TDI Motor mit silbernem I ist er recht flott unterwegs. Das Überholen und an bzw. auffahren überlegt man sich jedoch, denn er braucht schon a weng um aus dem Quark zu kommen. Schließlich schleppt er auch 2,5 Tonnen inkl. Ausbau, Fahrer, vollem Tank und Fahrradträger. Bis zur Grenze 2,8 Tonnen ist aber reichlich Luft und da ich eh nur Daunenjacken transportiere……. *lol*.

Der Verbrauch liegt bei meiner Fahrweise zwischen 5,9 und 7,5 Litern Diesel. Der Bus schafft 160 km/h, die will man jedoch nicht fahren. Ich zumindest nicht. Auf der Bahn cruise ich mit Tempomat 120 und überhole ggf. mit 140. Auf der Landstraße cruise ich, sollte ich niemanden aufhalten, mit 90 km/h entlang.

Eine Umweltplakette gibt es nicht. Ja, ich bin ganz böse, ich weiß. . .

Fazit:

Der hoch/lang kann mit den Wohnmobilen Karuso und Optima allein vom Konzept her nicht mithalten. Dennoch sind die Individualausbauten völlig ausreichend, das Platzangebot gut und die Alltagstauglichkeit gegeben.

Optisch ist der hoch/lang für mich immer wieder ein Hingucker. Ich freue mich, wenn ich den Wagen bei Feinkost Albrecht an der Kasse stehend schon durch das Schaufenster sehe und später auf den Wagen zu gehe.

Mit etwas mehr Dampf unterm Kessel und mit einem Syncroantrieb wäre er perfekt, aber man kann nicht alles  haben. So fahre ich weiter T4 hoch/lang in platingrau matt. Sollte ich im Lotto gewinnen gibts einen Crafter *ggg* und der hoch lang wird zum Syncrozweitwagen umgebaut.

 

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und hoffe Euch einen Überblick verschafft zu haben, wie ich über diese drei Wagentypen denke. Es ist meine persönliche Sichtweise, mein Geschmack, mein Stil, meine Meinung eben. Sie muss nicht für alle gelten!

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp