
Heute ist Valentinstag und ich glaube, dieser Blogartikel wird sehr persönlich …
Jährlich am 14. Februar zelebrieren Pärchen den Valentinstag. Mir geht er, man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen, am Arsch vorbei, denn ich hatte noch nie eine Beziehung, habe keine Beziehung und ich würde vermuten, werde auch nie eine Beziehung haben.
All dies hat natürlich Gründe. Ich könnte jetzt schreiben, weil ich bin wie ich bin oder andere Plattitüden verwenden, aber nein, es gibt echte Gründe! Schon in der jüngsten Kindheit habe ich die Erfahrung machen müssen, wie es ist von Anderen aufgrund meiner körperlichen Behinderung und der dadurch resultierenden Verzögerung in vielen Dingen des Lebens, abgelehnt zu werden.
Außenseiter zu sein ist nicht toll, aber es gibt sie und so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Dennoch sind es die Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens macht, die einen Menschen, vor allem Kinder, prägen.
Es macht etwas mit einer kindlichen Seele, wenn Andere Dich nicht nur ablehnen, sondern von Dir angeekelt sind!
Natürlich ist man traurig, wenn man als Kind zu den Anderen nach Hause fährt um sie nach draußen abzuholen, doch die Eltern sagen es wäre niemand da. Bei der Abfahrt siehst Du dann jedoch, dass sehr wohl jemand zu Hause ist und man Dich belogen hat!
Selbstverständlich wird man wütend, wenn man bei größeren Menschenansammlungen, wie zum Beispiel Schulfesten, Stadtfesten usw. mit den Familien der Anderen in Kontakt kommt und es hinterm Rücken mitbekommt, wie es den Kindern von den Eltern regelrecht verboten wird, sich mit Dir abzugeben!
Es ist auch verständlich, dass man etwas verwirrt reagiert, wenn einem hier in Eckernförde, also in meinem Erwachsenenalter, ein Nachbar ins Gesicht sagt, nur weil man alleine lebt versprüht man den Charme eines Serienkillers und sollte seiner Partnerin irgendwann etwas zustoßen, er zuerst bei mir nachsuchen würde?!?!
OKAY OKAY, STOP!
Ihr denkt jetzt sicher, was schreibt der Typ heute für einen Quark? Was soll das? Das kann doch nicht sein Ernst sein! Das kann so nicht stattgefunden haben!
DOCH! SO WAR ES UND ZWAR GENAU SO!
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Wer als Kind, wie ich, Ablehnung erfährt, der verliert irgendwann einfach das Interesse. Er möchte nicht mehr gedemütigt werden. Er zieht sich zurück und lebt sein eigenes Leben. Er wird zum Außenseiter und ist wütend auf Alle. Wütend auf die Anderen, wütend auf alle Menschen in der Stadt, wütend auf das ganze Bundesland!
Ich habe mir damals als Kind ein Kopfkino aufgebaut. Ein anderes Leben, welches ich nur im Kopf geführt habe. Ein Leben, in dem ich bestimmen konnte, was läuft. Ein Leben ohne Ablehnungen. Dieses führte natürlich in die totale Isolation und aus heutiger Sicht, war es einfach nur ein großer Fehler, doch später ist man natürlich immer schlauer.
Es war ein Fehler, weil ich durch diese Kopfkinogedanken nicht mehr wirklich an der Realität teilnahm. Schulische Leistungen wurden schlechter und das Asperger Syndrom, von dem damals natürlich noch niemand etwas wusste, trug seinen Teil dazu bei.
Es gab für mich keine Erste Liebe, kein Knutschen hinter der Turnhalle, keine Treffen in der Disco! Diese Dinge sind komplett an mir vorbei gegangen und auch später, in der Ausbildung und beim Erwachsenwerden, hatte ich keinerlei Chancen und erlebte nur Ablehnung und Ekel, so dass ich nur noch abblockte und mich um mein Kopfkino kümmerte anstatt um das reale Leben.
Anmerkung: Es gab 2 kürzere Episoden, wo ich tatsächlich ein Mädchen kennengelernt habe, aber wir reden hier von wenigen Tagen, eher der Kennlernphase. Diese 2 Episoden sind schnell zerbrochen. Nicht aufgrund von Ablehnung, sondern einfach weil man es versaut hat oder es nicht gepasst hat. Soll vorkommen und ist nicht dramatisch!
Diese Zeiten sind inzwischen vorbei! Mit meinem Umzug an die Ostseeküste wurde vieles anderes, Einiges blieb jedoch. Man traf auf neue Leute und hin und wieder auch auf Ablehnung. Ich meine, man muss nicht jeden mögen, daher würde ich diese Art der Ablehnung nicht als schlimm einordnen, sondern eher als Normalität, denn auch ich mag nun wirklich nicht jeden Menschen!
Aufgewacht aus dem großen Tal der Ablehnung, wie ich es jetzt mal nennen möchte, bin ich erst in der Hansestadt Lübeck. Ich arbeitete 1999 dort für ein halbes Jahr in einem Büro mit einer Frau zusammen.
Sie war nicht mein Typ, ich wollte Nichts von Ihr und sie hatte auch eine Beziehung, dies gleich vorweg. Viel wichtiger war jedoch ihr Umgang mit mir. Er war schlicht und ergreifend NORMAL!
Plötzlich war ich einfach nur ein Kollege, ein Mensch.
Dies war etwas erschreckend, da ich es so nicht kannte, aber ein megatolles Gefühl für mich, bis zu diesem einen Moment, der alles was in der Vergangenheit passierte, zwar nicht ungeschehen machte, aber in den Schatten rückte. Ein Moment, der nicht etwa schlimm war, nein nein, im Gegenteil. Ein Moment, der erfrischend war. Ein Moment, der alles bisherige auslöschen wollte. Einfach ein irrer Moment.
Wenn Ihr es lest, werdet Ihr wieder denken, was schreibt der Typ für ein Quatsch. Das ist doch eine völlig normale Situation, aber Ihr müsst wissen, wenn Ihr im Leben bisher nichts als Ablehnung und Ekel erfahren habt, ist dies eine Befreiung ohnegleichen!
Meine Kollegin im Lübecker Hafenbüro einer Firma, die Papierrollen aus Skandinavien importierte, hatte an diesem heißen Tag irgendwie kein Wasser mehr und wollte aus meiner Flasche trinken!!!
Wie bitte?!?!?
Einfach so, aus meiner Flasche? Aus der Flasche, aus der ich getrunken habe?
Versteht mich nicht falsch, aber früher wollte niemand neben mir sitzen oder irgendwie zu nahe kommen und plötzlich ist da jemand, eine Frau, die will aus meiner angelutschten Flasche trinken?
Tatsächlich tat sie es am Ende auch und es war für sie eine Normalität. Sie empfand es als Normalität. Da gab es keinen Ekel. Da gab es keine Scheu. Da gab es keine Ablehnung. Da gab es einfach nur Normalität!
Dieser eine, wirklich so simple Moment, in meinem Leben, änderte ALLES!
Ab diesem Moment im Jahr 99 in Lübeck war ich innerlich ein anderer Mensch. Ich war nicht mehr IIIIEEEEH, ich war einfach ich. Man mochte mich oder eben nicht und wenn nicht, ich bitte erneut um Entschuldigung für meine Wortwahl, dann scheiß doch der Hund drauf!
Natürlich gab es auch weiterhin Ablehnung. Hin und wieder habe ich es tatsächlich versucht eine Partnerin zu finden. Damals gab es für mich noch kein Asperger Syndrom. Ich war wie ich war und musste irgendwie damit zurechtkommen. Ich rannte gegen Wände, hinterließ sehr viel verbrannte Erde, man könnte auch sagen einen großen Scherbenhaufen, doch dies war zwar nicht schön, aber es war normal.
Mit der ersten Asperger Diagnose (noch nicht 100% schriftlich fixiert) änderte sich mein Leben erneut und ich begriff wieso ich so bin, wie ich bin. Ich versuche seitdem nicht mehr jeden Fettnapf zu erwischen, was mir mal mehr, mal weniger gelingt. Auch dies halte ich für normal!
Das Thema Partnerschaft habe ich mit der ersten Diagnose komplett losgelassen. Ich wollte nicht mehr. Ich habe es akzeptiert alleine zu sein und mich nicht mehr darum gekümmert, eine Partnerin zu finden oder überhaupt mal eine Frau anzufassen (und hier bei meine ich zwar Sex, ja, aber eben auch nicht. Später mehr dazu).
Es gab seither nur 2 Frauen, für die ich mich näher interessiert habe. Die Eine war außerhalb meiner Liga und ich habe es versaut. Bei der Anderen hätte es vielleicht klappen können, dass man sich näher kennenlernt, aber Corona kam dazwischen und dann meine lange Episode der Übelkeit.
Mit der 2. und nun richtigen Asperger Diagnose, gab es weitere Verbesserungen im Umgang mit Menschen. In den letzten Jahren, zwischen der 1. und 2. Diagnose, hatte ich mir einen Freundeskreis aufgebaut. Sowohl real, als auch via Funk (ist auch real, aber halt nicht täglich vor Ort). Diesen Freundeskreis gibt es noch immer und ich arbeite täglich daran, ihn aufrecht zu halten. Auch hier gilt, mal mehr, mal weniger gut. NORMAL!
Anfang letzten Jahres startete ich Facebook Dating und versuchte inkl. Asperger Syndrom (also mit einem offenen Umgang) eine Partnerin zu finden. Es gab Kontakt zu einer Frau, ebenfalls mit Asperger. Aus diesem Kontakt wurde eine WhatApp Bekanntschaft, mehr aber auch nicht. Da ich schnell merkte, dass alle meine Befürchtungen real sind (kein Geld, keine Perspektive, nix bieten können) und ich keine Chance haben werde, gab ich das Thema wieder auf und seither ist nichts weiter passiert!
Es gab da nur noch diese eine Berührung, die irgendetwas in mir auslöste. Es passierte auf einem Bullitreffen in Mohrberg und war wieder eine ganz ganz ganz normale Situation. Ich bemerkte nicht, wie sich eine Frau von hinten unserer Gruppe näherte. Plötzlich sagte sie etwas und ich fuhr erschrocken im Liegestuhl zusammen, kurz darauf musste wir alle lachen. Die Frau legte ihre Hand auf meine Schulter und „entschuldigte“ sich, was natürlich gar nicht nötig war, aber diese sanfte Berührung auf meiner Schulter, die löste etwas aus!
Nein, nicht was Ihr denkt! Es geht hier weder um die Person an sich, noch um irgendetwas Sexuelles. Es war eine Berührung, eine sanfte Berührung!
Ich gehe jetzt auf die 50 zu und wann erlebe ich es mal, angefasst zu werden? Nie!
Nun bin ich als Asperger Autist auch nicht so wahnsinnig scharf darauf, das muss ich auch gleich sagen, aber diese eine sanfte Berührung, lasst sie vielleicht 3 Sekunden lang gewesen sein, war einfach nur schön und löste Sehnsucht in mir aus!
Ich möchte noch immer keine 24/7 Beziehung, aber ich möchte Zweisamkeit und ja, ich möchte Geschlechtsverkehr. In meinem ganzen Leben gab es so etwas nicht. Auf Partys oder Feierlichkeiten bin ich daher immer traurig. Überall gibt es Pärchen, überall gibt es Berührungen, nur ich stehe am Rand und muss darauf verzichten. Dies macht mich traurig, aber ändern kann ich es nicht. Ich kriege es zumindest nicht auf die Reihe!
Tja und mit dieser Sehnsucht entlasse ich Euch für heute. Ein elendig langer Text geht zu Ende. Er ist mir heute Nacht eingefallen, als ich gegen 3 Uhr grundlos wach wurde und längere Zeit nicht mehr einschlafen konnte. Nun habe ich ihn getippt und gleich werde ich ihn absenden. Ist dies klug? Wahrscheinlich nicht, aber er zeigt mich. Er zeigt meine Persönlichkeit. Meine Gedanken.
Schönes Wochenende!


