FROSE#460 - DE BRÖÖÖMKOPP ON TOUR

Low-Budget Reisen mit dem VW-Bus, Fotografie, Transporte & einen Hauch von Vanlife

Das sind wir

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Moin Moin liebe Blogleser & Gäste,

ich freue mich über Euren Besuch auf diesem kleinen Reiseblog. Bevor Ihr ins Geschehen einsteigt und die ersten Blogeinträge durchforstet, möchte ich mich und meinen Wagen  vorstellen. Es folgt nun eine ganze Menge Text!

22 lange Jahre reifte ein absolut wahnsinniger Traum… Der Traum vom eigenen VW Bus. Erst im Juni des Jahres 2012 konnte ich ihn mir erfüllen.

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Ich erstand einen runtergekommenen Handwerkerbus in marsrot mit Beulen, Rost und ausgeblichenem Lack, der nur durch die Hilfe zweier Freunde im Laufe der Jahre zu einem schicken Campingbus für LowBudget-Reisen umgewandelt wurde. Er erhielt von mir den Namen „De Brööömkopp“.

Wofür steht der Name „De Brööömkopp“

Dieser wirre Name schoss mir plötzlich durch den Kopf als ich auf der Couch saß und ein regionales Nachrichtenmagazin sah in dem etwas plattdeutsch gesprochen wurde.

Ich war seit mehreren Tagen auf der Suche nach einem neuen Namen für mich und den Wagen. Ich woll weg vom „EckTownCruiser“, dessen Bezeichnung auf meinen Wohnort zugeschnitten war.

Ich hörte also dieses plattdeutsche Gesabbel, welches ich kaum verstand und baute mir im Kopf spontan, ja man könnte fast sagen unfreiwillig, ein paar Wortfetzen zusammen und am Ende war er geboren. Der Name „De Brööömkopp“ mit 3ö!

Für mein Verständnis (d. h. Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit wären purer Zufall) bedeutet er auf platt „Der Brummschädel“ und dies passt doppelt auf uns zu, denn sowohl der Wagen (es ist ein Dieselmotor) brummt vorn und auch ich bin mit meiner Persönlichkeit eher als „Meckerkopp“ oder „Meckeronkel“ bekannt.

Also hießen wir beide ab diesem Zeitpunkt De Brööömkopp. Ich änderte nur wenige Minuten später meine Namen in sämtlichen Foren und Onlineplattformen und sorgte damit erst einmal für Verwirrung. Schnell hat man sich daran gewöhnt. Von Brööömi bis Dröhnkopp entstanden kurze Nicknames, die die anderen Forennutzer bis heute verwenden um mich und meinen Wagen zu erwähnen.

Was bedeutet Frose460?

Damit wären wir beim zweiten, etwas wirren Namen. Diesen musste ich jedoch nicht erfinden, denn er spukt seit meiner Kindheit in meinem Kopf herum!

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Ihr seht auf diesem Foto meines Wagens ein renoviertes Gebäude in der Kleinstadt Hoym in Sachsen Anhalt. In diesem, damals zerfallenem, grauen Gebäude, spielte sich ein Teil meines Lebens ab, denn in diesem Gebäude befand sich zu DDR-Zeiten ein HO-Schuhgeschäft welches u. a. von meiner Oma Erika geführt wurde.

Noch heute bekomme ich sofort „Flashbacks“ sobald ich auch nur ein Geschäft betrete in dem es nach Lederschuhen oder Taschen riecht. Ich erinnere mich an jede einzelne Bodenfliese (später mehr zum Thema Aspergersyndrom), jede eingeritzte Kerbe im uralten Schreibtisch, jedes Loch im abgebröckeltem Mauerwerk. Woran ich mich aber am meisten erinnere sind zwei Dinge…

Jeden Dienstag bekam das  Schuhgeschäft neue Ware. Ein LKW fuhr rückwärts Richtung Eingangstürstufe. Der Fahrer öffnete die Plane, stieg auf die Ladefläche und warf die Pakete in den Laden hinein. Sie landeten auf dem glatten Fliesenboden und rutschten bis ans andere Ende! Hier entstand mein Berufswunsch: Kurierfahrer/Transporter!

Die zweite Erinnerung schießt mir in den Kopf sobald ich ein Telefon klingeln höre. Das Schuhgeschäft befand sich in Hoym. Hoym liegt unweit der Stadt Frose. Frose und die gesamte Umgebung hatten damals eine gemeinsame Vorwahl. Sobald das graue, alte, DDR-Telefon mit Wählscheibe klingelte, ging meine Oma heran und meldete sich mit…

„Frose460…???!!!“

Was sich aus der Vorwahl und der Telefonnummer 460 zusammensetzte.

In Erinnerung an meine geliebte Oma, die 1997 elendig einem Krebsleiden erlag, habe ich u. a. diesen Blog danach benannt.

Die graue Eminenz, mein VW-Campingbus

Wie ich weiter oben schon erwähnte, wurde mein Bus im laufe der Zeit wieder schick gemacht. Kumpel Armin erledigte Rost/Beulenarbeiten und lackierte gewisse Teile neu. Kumpel Wolfgang hat mit mir zusammen die Aufbereitung der marsroten Lackierung übernommen. Es entstand ein knallroter Bus mit schwarzen Allstarstreifen und Dehlerlamellen am Heck.

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Während der Wagen nun außen relativ cool aussah, gab es innen weder eine ordentliche Verkleidung noch einen passenden Ausbau. Im Heck gab es eine winzige (1,60×1,60m) Bett/Tisch/Sitzkonstruktion und hinter dem Fahrersitz wurde ein mobiler Kochschrank befestigt, den ich damals nie genutzt habe!

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Im ersten Jahr war ich nicht campen. Ich fühlte mich im Bus unwohl! Eine Veränderung musste her! Es wurde ein Dachschrank gebaut, der für Stauraum sorgte und statt Kochschrank nahm ich lieber mein Fahrrad mit auf Tour. Dann schlief ich die ersten Nächte im Bus, wobei von schlafen kaum die Rede sein konnte!

Ich fühlte mich unsicher, hörte jedes Kampfeichhörnchen draußen herumkraxeln und war bei jedem noch so leisen Geräusch aufgeschreckt. Dazu die fehlende Toilette und meine gesundheitlichen Einschränkungen, nein…  schön war anders!

Es musste eine Lösung her und die sah dann folgendermaßen aus:

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Stauraum, Schränke, Klappen, Schubladen. Dazu ein 90cm breites Bett für mich als Single auf Ewigkeit. Darunter viel viel Stauraum für Angelzeugs, Stühle, Tisch. Von vorn zugänglich ein Stauraum für ein Porta Potti und eine funktionierende Küche!

Nun war er geboren – der Campingbus!

Ich ging mit ihm auf Reisen, ich schlief im Bus, ich fühlte mich sicher im Bus!

Was jedoch mit der Zeit auch passierte – der Bus wurde von außen schlechter und schlechter. Der Lack war ausgeblichen, vor allem das Dach bereitete Kumpel Wolfgang Probleme. Anstatt immer wieder und wieder einen Anlauf zu nehmen, viel Mühe hinein zu stecken um am Ende doch nur 2 Monate etwas davon zu haben, rief ich ein Baustop aus und plante eine Neulackierung des gesamtes Busses durch meinen Kumpel Armin!

Und dies geschah im September/Oktober des Jahres 2016 und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ich finde. Platingrau, matt mit schwarzen Akzenten statt marsrot…

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…macht sich auch beim wildcampen bzw. freistehen bemerkbar. Je dezente desto besser!

De Brööömkopp wird nun geländetauglich

Ich bin mit dem Zustand des Busses soweit zufrieden. Innen ist inzwischen auch eine Dämmung drin. Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, aber im Grunde ist das alles in Ordnung. Jetzt besteht die Möglichkeit einen ganz anderen Schritt zu wagen…

Aus einem Fronttriebler wird im Jahr 2017 ein Allradmobil. Syncro-Antrieb mit Viscokupplung, Höherlegungsfahrwerk und Differentialsperre sind in Planung!

Und das bin ich, Busfahrer und Autor dieses Blogs

26620592bnIch lege Wert darauf festzustellen, dass ich auf dem damaligen Foto noch 20 Kilo mehr auf den Rippen hatte. *ggg*

Mein Name ist Marko Andrae Meyer, ich wurde am 23. Mai 1978 in Aschersleben, Sachsen Anhalt, geboren und bin in Hoym und Nachterstedt aufgewachsen.

Mein Leben wurde hauptsächlich durch Krankheiten und Gebrechlichkeiten geprägt. Erst seit einigen Jahren gibt es für einen roten Faden im Leben auch eine Erklärung. Die Diagnose lautet „Asperger Autismus“.

Ich schreibe dies so offen weil es eben eine Rolle in meinem Leben spielt und den Alltag bestimmt. Genau wie meine anderen gesundheitlichen Einschränkungen wie z. B. der Reizmagen, der mir das Leben oft sehr sehr schwer macht und mir schon so manche Reise verhagelt hat.

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Meine Hobbys sind Angeln, Architektur, Webdesign und Logo/Grafikdesign, Motorsport, Eisenbahn und Modellbahn, Fotografie und dann gibt es da noch etwas, was ich ab und zu in den Berichten erwähne. Die Rede ist von meiner Klamottensammlung…

Richtig gelesen, ich sammle Klamotten. Allerdings keine gewöhnlichen sondern ganz Bestimmte! Daunennylonklamotten. Also Jacken, Westen, Hosen, Anzüge wie sie nur Bergsteiger auf dem Everest tragen, und auch Schlafsäcke.

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Wieso? Pure Leidenschaft sage ich dazu nur! Es mag gelegentlich auch Blicke auf mich ziehen, wenn ich bei Minusgraden im Daunenanzug durch die Stadt laufe, aber dies ist mir egal. Ich mach dies aber nur aus Spaß an der Freude und nicht aus dem Drang mich zu zeigen! Ganz im Gegenteil! Ich mag eigentlich keine Menschen, vor allem keine Menschenansammlungen (und dies können auch schon 2 oder 5 sein)!

Ostseebad Eckernförde, unsere Homelocation

Ab dem Jahr 1994 sind meine Eltern, meine Schwester und ich in die Sommerferien nach Eckernförde gefahren. Vom ersten Besuch an, ach was red ich, von der ersten Durchfahrt durch Eckernförde an, habe ich mich in diese Stadt verliebt und wusste – HIER MÖCHTE ICH EINMAL LEBEN!

1998 wagte ich diesen Schritt. Ich zog ganz allein weg aus Sachsen Anhalt und begann ein neues Leben in Eckernförde. Ganz egal ob im Sommer am Strand oder im grauen Winter – Eckernförde gefällt mir einfach und ist sofort meine Heimat geworden.

Die Erlebnisse in der Kindheit bauten bei mir regelrechten Hass auf Sachsen Anhalt und deren Einwohner auf, so dass ich über 10 Jahre lang nicht zurück ins Elternhaus gefahren bin. Den Kontakt zur Familie habe ich aber selbstverständlich aufrecht erhalten!

Nach der Asperger-Diagnose lernte ich mich meinem früheren Leben zu stellen und zu verstehen, dass nicht nur die anderen Schuld waren, sondern auch ich dazu beigetragen habe. Diese Erkenntnis löscht zwar nicht alle Gedanken an früher, lässt sich aber ein klein wenig aufweichen, so dass ich nach und nach immer häufiger nach Sachsen Anhalt fuhr mit mal mehr, mal weniger guten Erlebnissen/ bzw. Gefühlen.

2016 war ich 4 mal in Nachterstedt, man kann also sagen – die Wut ist überwunden!

Unsere Touren und Expeditionen

Ich lebe also an der Ostseeküste, ganz in der Nähe der schleswig holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Ich habe Strände, Wasser, frische Seeluft. Dennoch zieht es mich „in die Welt“, ich möchte noch etwas Neues sehen!

Leider kostet der Diesel Geld und da ich aufgrund zahlreicher gesundheitlicher Einschränkungen auf dem untersten finanziellen Niveau lebe (Hartz 4), bin ich überhaupt froh diesen Wagen mittels LKW-Zulassung (geringe Steuer) und geringem Verbrauch halten zu können. Dennoch möchte ich reisen, reisen, reisen!

Da hilft nur sparen, ein paar Klamotten aus der Sammlung versuchen zu verkaufen oder durch den Bau von Internetseiten und Grafikdesign (eines meiner Hobbys, ich habe zum Beispiel die Website des örtlichen Angelvereines http://www.asv-eckernfoerde.de gestaltet und pflege diese auch) etwas Geld in die Kasse zu bekommen.

Dies gelingt eher schlecht als Recht, aber kleine Reisen habe ich schon gefahren und es werden noch welche hinzukommen (siehe Touren/Expeditionen und Tourplanung im Menü!).

Wieso ich alleine lebe & reise?

Ich werde oft gefragt wieso ich allein lebe oder wieso ich dem Wagen nur ein 90cm schmales Bett verbaut habe. Es gibt dafür eine Erklärung!

Es ist korrekt, das Leben als Single ist nicht einfach, aber ich habe mich damit abgefunden allein zu sein. Es gibt Phasen, da hasse ich dieses Leben. Die Sehnsucht nach Berührung und Nähe (ich meine jetzt nicht zwingend den sexuellen Kontakt) ist riesig, andererseits ebbt diese Sehnsucht sofort ab, wenn ich merke welche Probleme die Zweisamkeit mit sich bringen kann.

Ich bin ein sehr sehr schwieriger Mensch!

In meinem Leben hinterlasse ich leider oftmals verbrannte Erde oder komme erst gar nicht dazu Kontakte aufzubauen. Die Scheu vor Menschen und Menschenansammlungen trägt dazu bei. Ebenso mein Verhalten.

Smalltalk oder gar Flirterei ist gar nicht meins. Ich habe es schon zu stande gebracht auf einem klitzekleinen VW Bus Treffen 4 Tage lang vor Ort zu sein (aufgrund der Menschenscheu immer wieder mit Pausen dazwischen in denen ich flüchten musste) und in den 4 Tagen vielleicht 2 Sätze gesprochen zu haben während in meinem Kopf einfach nur das blanke Chaos herrschte, ich dazugehören wollte, aber es einfach nicht zu stande bringen konnte und hinterher gefrusteter war als vorher!

Ich kann in meinem Leben selten Freude empfinden. Von Glück möchte ich gar nicht sprechen. Ich war auch schon mit dem Bus auf Reisen und habe mich währenddessen schlecht gefühlt. Ich versuche mich immer wieder aus dem eigenen Sumpf zu ziehen und Dinge zu genießen, aber es gelingt mir nicht oder nur selten!

Wie ich mir meine Zukunft vorstelle?

Nun denn, ich bin jetzt fast 40 Jahre und bin seither allein klar gekommen. Dies werde ich auch weiterhin schaffen. Meine Ziele sind ganz schnell erklärt. Ich möchte mit meinem Bus noch einige Städte und Regionen sehen. Süddeutschland, Schweiz, Österreich, den Norden Dänemarks. Am liebsten auch Schweden und Norwegen. Mangels Finanzen sind diese Ziele aber dermaßen weit weg, dass man sie nur als Träumerei abstempeln kann!

Ich konzentriere mich darauf innerhalb Deutschlands noch einige Städte zu sehen, den Bus zu fahren, im Sommer die Zeit am Strand zu verbringen.

 

IM MOMENT STEHT EINFACH NUR EINES AUF DEM PROGRAMM – BUSFAHREN!!!

Ich wünsche viel Spaß auf diesem Blog

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp

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