Moin Moin liebe Blogleser,

ich möchte Euch heute die nächste Stadt vorstellen, die ich auf meiner Fachwerkreise mit dem VW Bus im Jahr 2014 erkundet habe. Bekannt ist die an der Weser gelegene Kreisstadt Hameln von der berühmten Sage des Rattenfängers, die auf einer Überlieferung aus dem Jahre 1284 beruht.

Ich selbst war im ersten Moment erstaunt wie „normal“, um nicht zu sagen hässlich der Ort dort ist. Allerdings muss ich mich direkt für diese Bezeichnung entschuldigen, denn dieser Eindruck ist wirklich nur subjektiv! Ganz egal wohin man kommt, sei es meine Heimatstadt Eckernförde, die wirklich schöne Stadt Marburg oder eben Hameln, so lang man sich nicht ins Zentrum vorgearbeitet hat, sind die meisten Städte mehr oder weniger durch hässliche Nachkriegsbauten geprägt.

Hameln ist das Zentrum des Weserberglandes und wird jährlich von knapp 4 Millionen Tagesgästen besucht. Ich war einer von ihnen, hatte es jedoch gar nicht so leicht einen Parkplatz zu finden für meinen großen Bus. Sowohl für einen kurzen Trip mit dem Rad in die Alstadt als auch zum Übernachten. Ich wollte erst im Industriegebiet zwischen den LKW´s schlafen, habe mich dann aber dagegen entschieden und die Nacht leicht außerhalb von Hameln in einem Rapsfeld verbracht.

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Am nächsten Morgen fuhr ich dann erneut in die Stadt und begab mich auf Parkplatzsuche. Parkhäuser gibt es genügend, winzige, enge Parkplätze auch, aber für 5,50 Meter lange und 2,60 Meter hohe VW Busse findet sich nur recht schwer ein passender Platz. Also fuhr ich letztenendes in ein Wohngebiet und musste mit dem Rad erst einmal eine gute viertel Stunde in die City fahren.

Sobald ich dort ankam fand ich sie aber, die tollen Fachwerkbauten der Altstadt.

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Die Altstadt wurde zwischen 1969 und 1993 vorbildlich mit viel Liebe saniert. Hameln ist im Gegensatz zu Hann. Münden relativ klein. Die Altstadt lässt sich in guten zwei Stunden „abhaken“, wenn es denn sein muss. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, hat natürlich mehr davon. Vom Anblick der herrlichen Sandstein- und Fachwerkbauten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert; vom Gefühl, auf den Spuren des Rattenfängers zu wandeln, vom stillen Charme der kleinen Gassen; von den Reizen eines Einkaufsbummels im historischen Flair, kurzum: von der Atmosphäre einer Stadt, die bezaubernd wirkt.

Wikipedia empfiehlt die folgenden Bauwerke zu besichtigen:

 

  • Stiftsherrenhaus von 1558, an den Fachwerkkonsolen reicher Figurenschmuck. Eines der wenigen Häuser die nicht den Giebel zur Straße zeigen, sondern traufseitig stehen.
  • Leisthaus von 1585–1589, in feinsten Renaissanceformen, Relieffries der sieben Tugenden und Lukretia im Erkergiebel, heute Museum Hameln
  • Rattenfängerhaus mit reich verziertem Renaissancegiebel von 1603, gut gegliederte Fassade mit Erker
  • Dempter-Haus, 1607–1608 von dem im Dreißigjährigen Krieg so bedeutenden Bürgermeister Tobias von Dempter (eigentlich: van Deventer) erbaut; die unteren beiden Etagen in Stein mit Utlucht, darüber Fachwerk mit einer Überfülle von Renaissanceschmuck.
  • Hochzeitshaus, monumentales Fest- und Feierhaus der Stadt, im Stil der Weserrenaissance 1610–1617 erbaut; Rattenfänger-Kunst und Glockenspiel spielt fünfmal am Tag mit Figurenumlauf um 13:05, 15:35 und 17:35 Uhr. Rattenfänger- und Weserlied vormittags.
  • Zwei erhaltene Mauertürme der Stadtbefestigung Hameln (Haspelmathturm und Pulverturm) mit einem rekonstruierten Stadtmauerstück
  • Garnisonskirche, ein schlichter Barockbau von 1713 mit Stift zum Heiligen Geist (heute: Sparkasse)
  • Münsterkirche St. Bonifatius (evangelisch), dreischiffige gotische Hallenkirche mit achteckigem Vierungsturm und romanischer Krypta, 1870–1875 nach zweckfremder Benutzung restauriert
  • Marktkirche St. Nicolai (evangelisch), vor 1200 erbaut, 1945 zerstört, 1957–1959 wiederaufgebaut, romanische und gotische Teile wiederverwendet, modern ausgestattet
  • Die letzte Wesermühle, die Pfortmühle, eine ehemalige Wassermühle im Stil des Deutschen Kaiserreiches, heute befinden sich darin u. a. die Stadtbücherei und ein Café
  • Auf dem jüdischen Friedhof an der Scharnhorststraße befinden sich 173 Grabsteine für jüdische Verstorbene aus Hameln und Umgebung aus den Jahren 1741 bis 1937.
  • Der Garnisonfriedhof Hameln ist ein historischer Friedhof, auf dem hochrangige Militärangehörige aus dem gesamten norddeutschen Raum und der Festung Hameln bestattet sind.
  • Hefehof, ein 1890 erbautes Werksgebäude im Stil der Gründerzeit der Bremer Zucker-Raffinerie, das nach knapp 10-jähriger Betriebszeit 1899 die Produktion einstellte. Ab 1907 wurde von der Nord-West Deutschen Hefe- und Spritwerke Aktiengesellschaft Hefe produziert und im Laufe der Zeit siedelten sich auf dem Gelände zahlreiche weitere Betriebe an. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde im Jahre 2000 umgebaut und beherbergt seither eine Einkaufszone, das Technologie- und Gründerzentrum der Stadt Hameln sowie einen kulturellen Veranstaltungsbereich.[25]
  • Bismarckturm, ein 1910 eingeweihter 13,5 m hoher Aussichtsturm auf der Knabenburg

 


Außerdem empfiehlt Wikipedia folgende öffentliche und kostenlose Veranstaltungen des Freilichttheaters in der Innenstadt (Hochzeitshausterrasse) zu besuchen:

  • Rattenfänger Freilichtspiel. 80 Hamelner Bürger und Kinder präsentieren in historischen Kostümen die Rattenfängersage nach den Brüdern Grimm. Das kostenlose Freilichttheater wird von Mitte Mai bis Mitte September sonntags mittags aufgeführt. Das 30-minütige Spiel zieht durchschnittlich etwa 2000 Besucher an.
  • Musical „RATS“. Es handelt sich um eine 45-minütige, humorvolle Interpretation der Rattenfängersage. Das Musical beinhaltet musikalische Ohrwürmer, wie Walzer, Marsch, Balladen und Rap. Es wird von Ende Mai bis Mitte September mittwochs nachmittags um 16:30 Uhr auf der Hochzeithausterrasse kostenlos aufgeführt.

Mit diesen Empfehlungen möchte ich schließen, aber natürlich gibt es für Euch noch ein paar Fotos zu besichtigen. Klickt Euch durch mein Album aus dem Jahr 2014. Viel Spaß!

Fachwerk pur!

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp