Moin Moin liebe Blogleser,

Fachwerkliebhaber kommen in Hann. Münden richtig auf ihre Kosten! Dicht an dicht stehen die prachtvollen, imposanten Bauten nebeneinander. Als Besucher der Stadt kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Ich persönlich wurde erst über eine Fernsehdokumentation auf dieses Juwel aufmerksam. Es wurden Menschen und ihre Häuser vorgestellt. U. a. auch das Café in der ehemaligen Kirche. Für mich stand sofort fest – hier muss ich irgendwann einmal hinfahren – und dies habe ich dann auch im Jahr 2014 umgesetzt.

Die 3-Flüsse-Stadt hat mich bei leicht bewölktem Himmel freundlich, aber lautstark empfangen. Es war um Ostern herum als ich ankam und auf einem großen Parkplatz, auf dem ich eigentlich meinen Bus parken wollte, war ein Rummel mit reichlich Getöse und vielen Menschen im Gange.

Ich habe dennoch einen Platz in der Nähe erwischt und gegenüber des Flusses geparkt. Ich zückte meine Kamera, damals noch der kleine Knipskasten von Panasonic, und machte die ersten Aufnahmen von der gegenüberliegenden Fachwerkfassade.

Aufgrund der vielen Menschen gibt es leider kein Foto vom Weserstein, aber ich werte diesen Kurzaufenthalt in der Stadt eh als Erkundungsfahrt und muss hier definitiv nochmal hin, dies ist ganz klar!

Zu Fuß ging es hinüber in die Stadt. Vorbei am riesigen Campingplatz und Wohnmobilstellplatz, der praktisch zum Stadtbild gehört und nicht an den Rand gedrängt wurde. Was für eine Szenerie! Nix für mich, aufgrund der Kosten und Menschen, aber die Idee ist touristisch gesehen wirklich genial!

Auf der anderen Seite angekommen brachte ich die Kamera zum Glühen. Über 700 Fachwerkhäuser gibt es in Hann. Münden. Einige habe ich gesehen und fotografiert, aber natürlich lang nicht alle. Macht Euch selbst ein Bild und klickt Euch durch dieses Album!

hm

Hann. Münden liegt im Landkreis Göttingen und ist ein anerkannter Erholungsort in dem sich Werra und Fulda zum Weserfluss vereinigen. Auf dem alten Weserstein, der am 2. September 1899 eingeweiht wurde, sollen daher folgende Zeilen geschrieben stehen, ich zitiere:

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Geschichtlich bekannt wurde Hann. Münden auch dadurch, dass ein gewisser Johann Andreas Eisenbarth, auch genannt Dr. Eisenbarth, während seiner Station in der Stadt verstarb. Die Grabstätte des deutschen Handwerkschirurgen befindet sich in einer Gruft in der St. Aegidiiekirche in der gleichnamigen Straße.

Hann. Münden ist eine Stadt von europäischem Rang. Münden sei „eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt“soll Alexander Humboldt einmal gesagt haben. Die prächtigen Fachwerkbauten, Wehrtürme, Befestigungsanlagen, das Welfenschloss, die Steinbrücke und das Renaissance-Rathaus sind Spiegelbild einer reichen Vergangenheit als Handelsstadt am Wasser.

Wohlstand hat die Stadt vor allem dem Stapelrecht zu verdanken, welches ihr im Jahr 1247 ein umfassendes Handelsprivileg ausstellte. Dies bedeutete nämlich, dass alle durchreisenden Kaufleute ihre Waren in der Stadt abladen und den Bewohnern 3 Tage lang zum Kauf anbieten mussten bevor die Weiterreise gestattet war.

Im Mai 1856 wurde Hann. Münden durch die Hannöversche Südbahn an das Eisenbahnnnetz angeschlossen. Über Hannover, Göttingen und Dransfeld kam man in die Stadt. Im gleichen Jahr ging es per Südbahn auch noch weiter bis Kassel.

Fotoquelle: Wikipedia. Portal des Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Volkmarshäuser Tunnels an der stillgelegten Strecke nach Göttingen.

Nicht nur die Stadt hat einiges zu bieten, auch die Umgebung drum herum kann sich sehen lassen. Satte 45.000 Hektar groß ist der Naturpark Münden mit seinen Flüssen Werra, Fulda, Weser, dem Reinhardswald, Kaufunger Wald und  Bramwald,  bietet Wanderern und Naturliebhabern große Eichen- und Buchenwaldbestände. Ob mit dem Kanu, Kajak oder Floß, beim Pilgern und Wandern auf gut ausgeschilderten Wanderwegen, beim Reiten, Golfspiel oder bei einer der zahlreichen Veranstaltungen – die Ferienregion des Naturparks bietet ein hochkarätiges Angebot.

Für Wohnmobilreisende steht u. a. der bereits erwähnte Stellplatz in Brücken/Altstadtnähe zur Verfügung. Aufgrund der Straßenlage ringsherum ist er wohl nicht gerade ruhig, aber schaut selbst: https://goo.gl/maps/RteJeRAqi932

Für mich steht fest, ich werde Hann. Münden irgendwann erneut besuchen und mir dieses mal mehr Zeit lassen als nur 2 Stunden. Es gibt noch viel zu entdecken, nicht umsonst nenne ich manche Touren auch Expeditionen…

Es grüßt aus dem Ostseebad Eckernförde

Marko Andrae Meyer alias De Brööömkopp